Pressespiegel

Da ist das Ding!

18. Mai 2018 Kommentare deaktiviert für Vorfälle in Wolfsburg Kölsche Klüngel

Vorfälle in Wolfsburg

Am vergangenen Samstag begaben sich mehrere Reisebusse mit FC-Fans auf die Reise zum Saisonabschluss nach Wolfsburg. Wie auch schon bei den Spielen zuvor, war die Stimmung relativ entspannt. So fuhren die Busse ohne Zwischenfälle Richtung Ziel.

Umso erstaunter waren die FC-Fans, als sie kurz vor den Stadtgrenzen einen Hubschrauber der Polizei über ihren Köpfen ausmachten. Mit einer polizeilichen Begleitung rechnete man natürlich. Die Dimension der Einsatzkräfte hätte man so allerdings nicht erwartet. Eine weitere Überraschung erlebten die Insassen mehrerer Busse, als sie von der Polizei umgeleitet und anschließend kontrolliert wurden. Warum FC-Fans kontrolliert werden, obwohl auf der Hinfahrt keinerlei Geschehnisse dokumentiert wurden, die derartige Maßnahmen rechtfertigen könnten, wird wohl ein Geheimnis der zuständigen Einsatzleitung der Wolfsburger Polizei bleiben.

Am Stadion durften dann alle der 4000 mitgereisten Kölner das gesamte Ausmaß, des an diesem Tag aufgestellten Polizeiaufgebot der Wolfsburger Polizei miterleben. So konnte man zu dem erwähnten Hubschrauber nun auch ein Überangebot von Polizeikräften, zwei Wasserwerfer und eine Reiterstaffel dazu addieren. Wir fragen uns hierbei ernsthaft, auf wen oder was sich die Wolfsburger Polizei vorbereitet hat und wie derartige Einsatzstrategien zustande kommen können? Insbesondere weil es bei vorherigen Gastspielen vor Ort zu keinerlei aggressiven Handlungen kam, ist dieser Zustand zu hinterfragen. Bereits zu diesem Zeitpunkt, machte es den Eindruck, als wenn der Tag zur Aufstockung von statistischen Erhebungen im Zusammenhang von Einsätzen der Polizei im Rahmen von Fußballspielen genutzt wird.

Wie schon in den Vorjahren, gingen große Teile der aktiven Fanszene in den Oberrang des Gästebereichs. Bewusst hat man sich nachweislich mit Karten für diesen Stadionbereich eingedeckt. Inwiefern dies im Vorfeld dem VfL Wolfsburg und der hiesigen Polizei mitgeteilt wurde entzieht sich unserer Kenntnis, ist unserer Meinung nach allerdings auch uninteressant, insofern ein Einsatzkonzept auf Deeskalation ausgelegt ist.

Dass dies in Wolfsburg nicht der Fall zu sein scheint, bemerkte man spätestens vor dem Einlasstor zum Gästeoberrang. Dieser Eingang wurde von einem einzelnen Ordner – wohlgemerkt ohne dass irgendetwas im Vorfeld vorgefallen ist – verschlossen und auch nachdem die wartenden FC-Fans alle ihre Karten vorgezeigt haben, nach mehrfacher Aufforderung nicht geöffnet. So entstand im schmalen Aufstiegsbereich zum Oberrang ein Gedränge durch nachrückende FC-Fans aus dem Haupteinlassbereich.

Diese wurden nach einiger Zeit verständlicherweise zwar unruhig, aber verhielten sich immer noch friedlich. Besagter Ordner fühlte sich allerdings so bedroht, dass er sich genötigt sah die Polizei herbei zu rufen. Kurz vor dem Eintreffen der polizeilichen Einsatzkräfte wurde das Tor von diesem besagten Ordner auf einmal doch geöffnet, so dass sich eine größere Gruppe FC-Fans in den Oberrang begab, während die Polizei schon von unten dabei war, sich den Weg in den Einlassbereich frei zu schlagen.

Gerne wiederholen wir uns an dieser Stelle – insbesondere für all diejenigen, die Einsatzberichte der Polizei ungefragt abtippen: Diese Gruppe hatte gültige Tickets für den Oberrang! Ein polizeilicher Einsatz hätte gar nicht von Nöten sein müssen, wenn der Ordnungsdienst des VfL Wolfsburg seiner Tätigkeit nachgekommen wäre! Wir hinterfragen in diesem Zusammenhang das Verhalten des Wolfsburger Ordnungsdienstes, der offenbar weder in der Lage ist, Karten zu kontrollieren, noch Tore zu öffnen. Überhaupt ist es fragwürdig, das man als Gästefan, nach passieren des Haupteinlassbereich, eine erneute Kontrolle durch einen viel zu engen Eingang über sich ergehen lassen muss. Dies scheint wohl ein neuer Trend in den Gästebereichen der Fußballstadien zu werden. Allerdings hinterfragen wir auch das Verhalten der Polizei, die sich, entgegen dem Großteil der FC-Fans, zu keinem Zeitpunkt des Geschehens deeskalierend verhalten hat!

Diese Einschätzung lässt sich durch die verschiedenen Situationen im Bereich des Treppenaufgangs zum Oberrang belegen. Dort setzte die Polizei nach ihrem Eintreffen unmittelbar Schlagstock, Pfefferspray und teilweise auch ihre eigenen Fäuste im engsten Raum ein. Darüber hinaus wurden einige FC-Fans (darunter auch ein Fanbeauftragter des 1. FC Köln der diese Situation bezeugen kann) die Treppen runter getreten. Wenige Momente später wurden die FC-Fans in zwei Gruppen (eine größere im Oberrang und eine kleinere im unteren Einlassbereich) aufgeteilt und der Einlassbereich zum Oberrang erneut geschlossen. Die kleinere der beiden Gruppen durfte als „Bauernopfer“ herhalten und wurde daher von der Polizei kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Die größere Gruppe wurde von der Polizei grundlos, ebenfalls durch den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock, in den Block getrieben.

Nachdem sich die Situation beruhigt hatte und der Spieltag sich dem Ende zuneigte, blieb ein uns völlig schleierhafter und von Sinn und Zweck befreiter Polizeieinsatz. So verwunderte es auch keinen mehr, als die zwei Wasserwerfer nach Abpfiff des Spiels, immer noch vor dem Stadion standen und Einsatzkräfte der Polizei den Wasserkanal hinter den Busparkplätzen „absicherten“.

Wir sind von den Auswärtsspielen des 1. FC Köln einiges gewohnt und wissen auch, dass durch den Ruf, den sich die auswärtsfahrenden FC-Fans mit den Jahren „erarbeitet“ haben, oftmals ein überdrehtes Verhalten der Polizei in der Öffentlichkeit als gerechtfertigt angesehen wird. Allerdings kann dies nicht in dem Zusammenhang des letzten Spieltags in Wolfsburg gebracht werden.

Der Abstieg stand für den 1. FC Köln bereits fest und das Spiel gegen Wolfsburg kann wohl kaum als „Risikospiel“ bezeichnet werden. Es bleibt daher festzuhalten, dass die eingesetzten „szenekundigen“ Beamten der Polizei wiederholt die Situation falsch einschätzten, die Polizeiführung in Wolfsburg nicht wusste was sie tat und der Ordnungsdienst schlicht unprofessionell war.

Daher kritisieren wir das massive Aufgebot der Einsatzkräfte sowie Verhalten der Polizei am gesamten Spieltag, das Verhalten des Wolfsburger Ordnungsdienstes sowie das Konzept im Gästeeinlassbereich.

Nach dem letzten Spieltag in Wolfsburg haben sich viele FC-Fans bei uns gemeldet. Die uns beschriebenen Eindrücke, decken sich zu einem nicht unerheblichen Teil mit den unseren. Für die Rückmeldungen bedanken wir uns an dieser Stelle und verweisen auf die Möglichkeit, seine Eindrücke weiterin dem Fan-Projekt sowie der Fanabteilung des 1. FC Köln mitzuteilen.