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12. April 2018 Kommentare deaktiviert für Kritik an Kooperation mit China Allgemein

Kritik an Kooperation mit China

Spätestens seit dem Besuch einer chinesischen Regierungsdelegation am Geißbockheim und im Müngersdorfer Stadion sowie der Reise unserer Mannschaft nach China im Mai 2017 steht fest, dass sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln dazu entschieden haben aus wirtschaftlichen Gründen verstärkt mit chinesischen Institutionen zu kooperieren.

Statt in diesem Kontext jedoch für Werte wie „Demokratie“ und „Toleranz“ einzustehen, setzen die Verantwortliche die Identität des 1. FC Köln leichtfertig aufs Spiel. Wir stimmen mit dem Vorsitzenden unseres Mitgliederrates vollkommen darin überein, dass „China (…) eine brutale Diktatur“ ist. Diese Kritik stößt bei den Verantwortlichen jedoch auf taube Ohren bzw. wird nicht ernst genommen. Hinzu kommt die Wahl von Britta Heidemann in den Aufsichtsrat, deren Position gegenüber dem chinesischen System mehr als fragwürdig erscheint.

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Verfassungsänderung zeigen einmal mehr, wie naiv es ist zu glauben, dass sich durch solche wirtschaftlichen und sportlichen Kooperationen positive Akzente setzen lassen. Vielmehr stützt man das aktuelle Regime durch solche Aktivitäten. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, dass von chinesicher Seite Testspiele ihrer Nationalmannschaft aufgrund der Präsentation tibetischer Fahnen abgebrochen worden sind.

Nicht nur, dass ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit obligatorisch sein sollte, so muss auch dieses überaus problematische Vorgehen öffentlich thematisiert werden. In diversen Presseberichten ist zudem schon die Rede davon, dass chinesische Unternehmen und Institutionen Druck auf ihre deutschen Geschäftspartner ausüben etwaige pro-tibetische Aktivitäten zu unterbinden.

Einer solchen Forderung kann nur vehement widersprochen werden. Es wird oft genug betont, dass Stadien kein rechtsfreier Raum seien. Dies muss insbesondere in diesem Zusammenhang auch für die Meinungsfreiheit gelten. Wirtschaftliche Wachstumsambitionen dürfen nicht jegliche moralischen Mindeststandards unterlaufen. Dies muss insbesondere der Anspruch eines Fußballvereins sein.

Wir erwarten daher auch die Beschränkung der beschriebenen Aktivitäten auf ein Minimum und ein klares öffentliches Bekenntnis zu Werten wie „Demokratie“, „Toleranz“ und „Meinungsfreiheit“.

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Quelle Bild: spiegel.de